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Der Siegeszug des online Lernens verführt auch in der Erlebnispädagogik immer wieder dazu, über Fernlern-Angebote nachzudenken – entsprechende Anfragen von Interessenten sind ebenfalls nicht selten. Aus der Distanz lässt sich allerdings höchstens etwas ÜBER Erlebnispädagogik lernen, was die Erlebnispädagogik ausmacht, wie sie funktioniert und wie sich anfühlt, was da geschieht, bleibt aber verschlossen. Wie so oft gilt das für die tiergestützte Erlebnispädagogik umso mehr.

Tiergestützte Erlebnispädagogik – lernen durch er-leben

Im Grunde steckt alles in dem wunderbaren Begriff „Erlebnispädagogik“: es kommt auf das Er-Leben an, darauf, sich durch leben anzueignen, was zu lernen „dran“ ist. Wer sich schon ein bisschen mit erlebnispädagogischen Aktionen und Konzepten auskennt, vielleicht selbst Erlebnispädagoge ist, weiß, was das bedeutet und kennt die erstaunliche, berührende und aus sich selbst heraus so frappierend intelligente Eigendynamik, die dem Lernen in der Erlebnispädagogik innewohnt. Man muss das erlebt haben – sprichwörtlich am eigenen Leib – sonst wird man nie in der Lage sein, anderen dieses Erleben zu ermöglichen. Denn dieses Ermöglichen lebt davon, dass man spürt und erfasst, was „gelernt werden will“. Und erst dann gelingt es, entsprechende Räume und Situationen zu schaffen, in denen das geschehen kann.

In der Tiergestützten Erlebnispädagogik unterscheiden wir deshalb zum einen zwischen „beschützender Machtausübung“ und „strafender Machtausübung“. Zum anderen lassen wir uns bewusst auf eine Gratwanderung ein hinsichtlich der Frage „wie weit darf/sollte beschützende Machtausübung gehen“ bzw. „wo sind ihre Grenzen“. Diese Grenzen sind individuell verschieden und von jedem Mensch-Hund-Team in ganz spezifischer Weise auszuloten. In der Tiergestützten Erlebnispädagogik begleiten wir das.

Tiergestützte Erlebnispädagogik – raus aus alten Mustern

Wer Tiere in die Erlebnispädagogik einbezieht und sie nicht nur als „Werkzeuge“ oder das Tier als „Medium“ versteht, schafft die Lern- und Erlebens-Räume und -Situationen auch für und mit den Tieren. Die Frage „was ist für das Tier zum Lernen ‚dran‘?“ mag landläufig und augenscheinlich mit diversen „Tricks“ im weitesten Sinne beantwortet werden, Dingen also, die man dem Tier mittels Training beibringen kann. Letztlich, damit es „besser funktioniert“. Aber genau da liegt der Haken: denn Erlebnispädagogik zielt nicht in erster Linie darauf ab, „besser zu funktionieren“. Ganz im Gegenteil. Das Lernziel ist oft vielmehr, nicht zu funktionieren wie gewohnt, indem man gehorsam ist, sich anpasst, unterordnet und folgt. Die Erlebnispädagogik lehrt, wie man das gerade nicht tut – und sich über den Weg des „Ungehorsams“, der „Nicht-Anpassung“ und der „Nicht-Unterordnung“ sein eigenes wahrhaftiges Potenzial und im Zuge auch das wahrhaftige Potenzial der Gruppe, der man angehört, entfaltet. Daraus erwächst die Königsdisziplin jeder Gemeinschaft: Kooperation und Zusammenhalt.

Das zu lernen ist in der tiergestützten Erlebnispädagogik für alle Teilnehmer ‚dran‘ – die tierlichen und die menschlichen. Beide erschließen sich mindestens eine neue Ebene der Begegnung und des Gemeinsam-Seins, ganz individuell und in der Gruppe. Jeder ist dabei, um zu erblühen. Bei manchen passiert das schon im Kurs. Bei manchen führt es zur Ausbildung einer Knospe.

Tiergestützte Erlebnispädagogik: Erleben ist Erfahren ist Reisen – Herz-Reisen

Wie ließe sich das erreichen, ohne es zu sehen? Wie ließe es sich erreichen, ohne es selbst auszuprobieren? Ohne die eigene Skepsis, die Furcht vor Risiken, die Angst vor einem Scheitern und seinen Folgen durchzustehen und sie durch Akzeptanz, Empathie und Offenheit zu überwinden? Genau: gar nicht! Erlebnispädagogik im Fernkurs lernen zu wollen – speziell tiergestützte Erlebnispädagogik im Fernkurs lernen zu wollen – ist in etwa so, wie diesen Artikel hier zu lesen und zu denken ‚das klingt ja alles ganz interessant, aaaber …‘. Und genau bei diesem Aaaber bleibt es ohne Praxis, bei diesem Aber bleibt es, wenn Erleben und Erfahrung ausgeklammert, dem Zufall überlassen oder in das Minenfeld des unbegleiteten Experimentierens ausgelagert wird. Es bleibt dann zwangsläufig bei den alten bewussten und unbewussten Strategien, es bleibt bei den alten Glaubenssätzen, der alten Anpassung, dem alten „Funktionieren“. Dem alten Horizont. Es bleibt bei den Begrenzungen, die man sich selbst auferlegt, weil man nichts anderes erfahren hat.

Etwas er-fahren bedeutet, es sich durch reisen aneignen. Deshalb ist die tiergestützte Erlebnispädagogik bei WIR – Kinder der Erde als Reise konzipiert, als „Herz-Reise“ gleichsam, denn Lebewesen – Tiere, Menschen und auch Pflanzen – gehen uns ans Herz, berühren uns und eröffnen uns gerade durch diese Berührung neue Perspektiven. Die Teilnehmer des Ausbildungskurses bekommen auch einen Reiseführer, einen mehrteiligen sogar, einen Reiseführer, in dem auf fast 300 Seiten sämtliches Hintergrundwissen zusammengefasst ist. Zum Selbststudium, zur Wiederholung, als Nachschlagewerk und Arbeitsbuch. Die Reise selbst bildet aber die Praxis – deshalb haben wir alle unsere Blockseminare als Praxis-Seminare ausgestaltet. Daher kann uns übrigens auch „Corona“ egal sein, denn unser Seminarraum ist draußen an der frischen Luft. Immer. Auch bei Regen (aber keine Angst, wir haben ein Dach über dem Kopf 😉).

Wer in die tiergestützte Erlebnispädagogik hineinschnuppern möchte, ein paar intensive Tage mit oder ohne Hund (ein eigener Hund ist keine Voraussetzung für die Teilnahme) genießen und sich etwas erschließen möchte, das er SO noch nie gesehen hat (unser Konzept ist einzigartig weltweit), kann einige Module des Gesamtkurses einzeln buchen. Für Menschen, die erlebnispädagogisch aktiv werden möchten, empfiehlt sich die Ausbildung.

Mehr unter:


Ausbildung Tiergestützte Erlebnispädagogik
Seminar im Bereich tiergestützte Erlebnispädagogik
Mit Hunden gewaltfrei kommunizieren
Umweltbewusst mit Hund

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Text: Judith Böhnke, Foto: Pixabay

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